| Seitenübersicht |
|---|
| 1. Definition eines Schneckenförderers |
| 2. Position im Prozess |
| 3. Wichtige Überlegungen für die Konstruktion |
| 4. Gestaltung der Schneckenwendel |
| 5. Dosierung |
| 6. Häufige Probleme bei Schneckenförderern |
In der Industrie finden sich verschiedene Konstruktionsverfahren. Das hier vorgestellte Verfahren basiert auf der CEMA-Methodik. Es ermöglicht eine grundlegende Auslegung, ist jedoch nicht für eine detaillierte Konstruktion und Fertigung vorgesehen – WENDEN SIE SICH IMMER AN EIN ANERKANNTES UNTERNEHMEN, BEVOR SIE EINEN SCHNECKENFÖRDERER FERTIGEN, z. B. an Unternehmen, die Teil der CEMA-Vereinigung sind.
Das in dieser Seite vorgestellte Verfahren ermöglicht eine Näherung der Kapazität des Schneckenförderers unter Berücksichtigung verschiedener Konstruktionsparameter wie [...] Die Methodik zielt auf die Auslegung relativ großer Schnecken für Kohle-, Zement- usw. Industrien ab. Für kleinere Schnecken sollten die Ergebnisse des Verfahrens kritisch überprüft werden.
Eine typische Konstruktion eines Schneckenförderers ist unten dargestellt:

Abbildung 1: Prinzipskizze eines Schneckenförderers und dessen Hauptkomponenten
Bekannt: Erforderliche Kapazität des Schneckenförderers, Material
Unbekannt: Schneckengröße und -eigenschaften
2.1 Vereinfachte Formel
Die Kapazität eines Schneckenförderers mit einer Standard-Schneckenwendel kann wie folgt abgeschätzt werden:
Mit
Q = Förderkapazität der Schnecke in kg/h
D = Schneckendurchmesser in m
S = Steigung der Schnecke in m
N = Drehzahl der Schnecke in U/min
α = Füllgrad
ρ = Schüttdichte des Materials in kg/m³
C = Neigungskorrekturfaktor
Schritt 1: Anforderung definieren
Definieren Sie die für den Schneckenförderer erforderliche Kapazität. Die Konstruktion der Schnecke muss eine Kapazität erreichen, die gleich oder größer als dieser Wert ist.
Beispiel: Die Anforderung für eine Zucker fördernde Schnecke beträgt 3500 kg/h.
Schritt 2: Berechnung der Kapazität des Schneckenförderers
| Steigung | Steigungslänge S |
| Standard | S = D |
| Kurz | S = 2/3 * D |
| Halb | S = D/2 |
| Lang | S = 1,5 * D |
| Material | Minimaler Füllgrad | Maximaler Füllgrad |
| Nicht frei fließend | 0,12 | 0,15 |
| Durchschnittliche Fließfähigkeit | 0,25 | 0,30 |
| Frei fließend | 0,4 | 0,45 |
Zu beachten ist, dass dies nur Größenordnungen sind. Die Werte können höher oder niedriger sein; in manchen Fällen kann der Füllgrad sogar 95 % erreichen.
| Neigung in ° | Korrekturfaktor C |
| 0 | 1 |
| 5 | 0,9 |
| 10 | 0,8 |
| 15 | 0,7 |
| 20 | 0,65 |
Beispiel:
Die Berechnung ergibt 17 kg/h bei 1 U/min. Durch Anpassung der Drehzahl sind 207 U/min erforderlich, um eine Kapazität von 3500 kg/h zu erreichen.
Schritt 3: Vergleich der berechneten Kapazität mit der maximalen Schneckendrehzahl
Einige Referenzwerte für maximale Schneckendrehzahlen sind in der folgenden Tabelle angegeben:
| Schneckendurchmesser in m | 15 % | 30%A | 30% | 45% |
| 0,1 | 69 | |||
| 0,15 | 66 | |||
| 0,23 | 62 | |||
| 0,25 | 60 | |||
| 0,30 | 58 | |||
| 0,36 | 56 | |||
| 0,41 | 53 | |||
| 0,46 | 50 | |||
| 0,51 | 47 | |||
| 0,61 | 42 |
Falls die im Schritt 2 berechnete Drehzahl kleiner ist als die maximale Drehzahl für den ausgewählten Schneckendurchmesser, kann das Design beibehalten werden.
Falls die im Schritt 2 berechnete Drehzahl größer ist als die maximale Drehzahl für den ausgewählten Schneckendurchmesser, ist das Design nicht geeignet, und die Berechnung muss durch Änderung eines Parameters, in der Regel des Durchmessers, erneut durchgeführt werden.
Beispiel:
Der CEMA-Verband gibt die Förderkapazität eines Schneckenförderers wie folgt an:
C = 0,7854*(Ds²-Dp²)*P*K*60/1728
Mit:
C = Kapazität in ft³/h/Umin
Ds = Außendurchmesser der Schneckenwindung in Zoll
Dp = Durchmesser der Welle/Rohrs, das die Schneckenwindung trägt, in Zoll
P = Steigung der Schnecke in Zoll
K = Füllgrad der Schneckenrinne in %
Dies ist die Kapazität pro 1 U/min. Falls die Abmessungen einer bestehenden Schnecke bekannt sind, kann die Förderkapazität in m³/h durch Multiplikation mit der tatsächlichen Drehzahl der Schnecke ermittelt werden.
Die Formel liefert ähnliche Ergebnisse wie die oben genannte.
Drehzahl des Schneckenförderers
Die Drehzahl des Schneckenförderers kann durch Division der erforderlichen Kapazität Q durch die berechnete Kapazität C ermittelt werden: N = Q/C.
Sie kann auch wie folgt berechnet werden, wenn Standard-Schneckenauslegungen verfügbar sind: N = Q*CF₀*CF₁*CF₂*CF₃/C₁
Mit:
N = Schneckendrehzahl in U/min
Q = erforderliche Kapazität in ft³/h
C₁ = Förderkapazität bei 1 U/min (tabelliert)
CF₀ = Überlastfaktor = 1,1 bis 1,2
CF₁ = Steigungsfaktor der Schnecke
CF₂ = Faktor für die Art der Schneckenwindung
CF₃ = Mischpaddel-Faktor
Überprüfung der Kapazität eines bestehenden Schneckenförderers
4. Leistungsbedarf des Schneckenförderers
5. Berechnungsbeispiel
Angenommen, ein Ingenieur möchte einen Schneckenförderer für den Transport von Weizenmehl mit 5 t/h auslegen.
Bei einer Dichte von ca. 0,510 kg/m³ ergibt sich ein Volumenstrom von 5000/0,510 = 9800 l/h = 9,8 m³/h. Zur Umrechnung in ft³/h muss mit 35,3147 multipliziert werden, was 346 ft³/h ergibt.
SCHRITT 1: Anforderungen verstehen
Die Schnecke soll horizontal betrieben werden, nicht geneigt. Es besteht kein besonderer Bedarf an speziellen Windungen, daher wird eine Standardwindung verwendet (nicht geschnitten, kein Band, keine Paddel usw.).
Mehl fließt gut und ist fein; der Füllgrad wird mit mindestens 45 % angenommen.
SCHRITT 2: Annahme einer Schneckengröße
Als Ausgangswert wird ein Schneckendurchmesser von 150 mm (ca. 6 Zoll) angenommen. Es wird eine Standardsteigung angenommen.
SCHRITT 3: Definition der Standardkapazität der Schnecke
Aus Tabellen: Ein 6-Zoll-Schneckenförderer mit 45 % Füllgrad hat eine Kapazität von 368 ft³/h bei 165 U/min bzw. 2,23 ft³/h bei 1 U/min.
SCHRITT 4: Berechnung der erforderlichen Drehzahl
N = 346 * 1,2 * 1 * 1 * 1 / 2,23 = 186 U/min
SCHRITT 5: Überprüfung, ob N < maximale Drehzahl der Schnecke
186 U/min ist höher als 165 U/min; es muss eine größere Baugröße gewählt werden.
Der gleiche Ansatz wird für einen 9-Zoll-Schneckenförderer wiederholt. Aus den Tabellen: Ein 9-Zoll-Schneckenförderer mit 45 % Füllgrad hat 1270 ft³/h bei 165 U/min bzw. 8,20 ft³/h bei 1 U/min.
N = 346 * 1,2 * 1 * 1 * 1 / 8,20 = 50 U/min
Diesmal liegt die erforderliche Drehzahl deutlich unter dem tabellierten Wert. Die Schnecke kann ausgewählt werden.
Schneckenförderer werden üblicherweise unter Trichtern platziert, um das Produkt horizontal zu einem weiteren Verarbeitungsschritt zu fördern. Wenn die Förderung auch eine Dosierung umfasst, wird der Schneckenförderer tatsächlich als **Dosiergerät** eingesetzt.
Top 5 Beliebteste
1. **Leitfaden zur Auslegung pneumatischer Fördersysteme**
2. **Bandmischer**
3. **Pulvermischung**
4. **Leitfaden zur Trichterauslegung**
5. **Messung des Mischgrads**
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Top 5 Neueste
1. **Kontinuierliche Trockenmischung**
2. **Mischgeschwindigkeit**
3. **Optimierung der Mischzykluszeit**
4. **Vergleich von Batch-/kontinuierlicher Mischung**
5. **Energieeinsparung**
Schneckenförderer können Feststoffe auch in ein pneumatisches Fördersystem einspeisen. In den meisten Fällen werden sie für Vakuumförderung eingesetzt, da hier\kein Druckproblem besteht. Einige Konstruktionen eignen sich jedoch auch, um das Produkt in eine Druckförderleitung zu speisen. Für diesen Zweck muss die Schneckenwindung so ausgelegt sein, dass eine Verdichtung des Feststoffs möglich ist, damit der gebildete Pfropfen verhindert, dass die Druckluft der Förderleitung durch die Schnecke zurückströmt. Dies ist nicht für alle Produkte geeignet. Für die Druckförderung werden daher **Drehschieber-Zellenradschleusen** in der Regel gegenüber Schneckenförderern für die Produkteinspeisung bevorzugt.
Schneckenförderer finden sich in allen Industrien, die Schüttgüter verarbeiten, um diese zu fördern und/oder zu dosieren:
- Lebensmittelverarbeitung
- Pharmazeutische Industrie
- Getreide-/Tierfutterproduktion
- Wasseraufbereitung (Schlammverarbeitung)
- ...
Industrielle Schneckenförderer können sehr lang sein (über 5 m), jedoch eignet sich diese Bauart nur für unempfindliche Produkte und wenn keine Reinigung erforderlich ist. Tatsächlich ist es nicht möglich, die Wendel solcher Schnecken zu entfernen. Zwar existieren Konstruktionen, die den Zugang zum Inneren ermöglichen (z. B. Trogausführung), jedoch ist die Reinigungswirkung verringert und die Reinigungsdauer verlängert. Zudem neigt die lange Schnecke zu Durchbiegung und möglichen Metall-Metall-Kontakten mit dem Gehäuse, was das Produkt mit Metallspänen verunreinigen kann. Als Referenz: Eine 4 m lange Schneckenwendel kann sich bis zu 7–8 mm von der geraden Wellenachse verbiegen. Wurden keine geeigneten Maßnahmen zur Kompensation dieser Durchbiegung getroffen, kann es zu Metall-Metall-Kontakt kommen.
Für hygienische Anwendungen erscheint es sinnvoll, folgende Merkmale anzufordern:
- Kurze Schnecken
- Herausnehmbare Wendeln
- 2 Lager (obwohl auch freitragende Ausführungen für sehr kurze Schnecken von 1–1,5 m verfügbar sind)
- Horizontaler Betrieb
- Umfangsgeschwindigkeit von 1 m/s und druckbeaufschlagte Lagerdichtungen – für ATEX-
Prävention
Geneigte Schnecken sind zwar verlockend, da sie viele verfahrens- technische Probleme lösen – insbesondere bei Nachrüstungen –, jedoch ist Vorsicht geboten: Solche Schnecken sind in der Regel schwer zugänglich und schwer zu reinigen, möglicherweise anfälliger für Durchbiegung und Metall-Metall-Kontakt und weniger effizient (die Effizienz sinkt mit zunehmendem Neigungswinkel).
Tabelle 1: Förderkapazität von Schneckenförderern in Abhängigkeit von der Neigung
| Schneckenwinkel (Grad) | Prozent der Maximalleistung (%) |
|---|---|
| <8 | 100 |
| 20 | 55 |
| 30 | 30 |
| 45 | 0 |
In der Verfahrenstechnik kommen verschiedene Arten von Schneckenförderern zum Einsatz:
- Schneckenförderer mit Welle
- Wellenlose "Schweineschwanz"-Schneckenförderer
- Flexible Schneckenförderer
- Trogschneckenförderer oder Rohrschneckenförderer
- Einfach- oder Doppelschnecken (insbesondere in gravimetrischen Dosierern)
Schneckenförderer sind rotierende Maschinen und bergen daher Risiken für Bediener, die versuchen, den Ein- oder Auslass der Schnecke zu erreichen. Aus diesem Grund ist den Einlauf- und Fallrohren besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Falls diese mit flexiblen Elementen ausgestattet sind, müssen diese nur mit Werkzeug demontierbar sein, und der Bediener ist darin zu schulen, die Maschine bei Bedarf anzuhalten. Falls dies nicht möglich ist, kann ein Kreuz im Rohr eingebaut werden, um den Zugang zur Wendel zu blockieren, sofern dies den Produktfluss nicht behindert. In jedem Fall muss der Anlagenbetreiber eine Risikoanalyse durchführen, um sicherzustellen, dass der Zugang ausreichend geschützt ist.
Die Schneckenwendel kann je nach Anwendung unterschiedliche Formen und Steigungen aufweisen.
- Standardwendel: konstante Steigung = 1 × Durchmesser; geeignet für die meisten Anwendungen
- Kurze Steigung: wird für geneigte Schnecken verwendet, eignet sich auch für leicht fluidisierbare Materialien
- Zunehmende Steigung: kleinere Steigung am Anfang der Schnecke; kann unter Trichtern eingesetzt werden, um eine konstante Dosierung zu gewährleisten.
- Abnehmende Steigung: große Steigung am Anfang und kleinere am Ende; erzeugt Kompression. Diese Bauart ist unüblich und kann zu hohem Axialschub, erhöhtem Leistungsbedarf und mechanischen Schäden führen. Bei korrekter Auslegung können solche Wendeln als Zuführeinrichtungen für Drucksysteme dienen, da das am Ende komprimierte Pulver als "Stopfen" wirkt und verhindert, dass Gas in Richtung Schnecke entweicht.
- Bandwendel: wird hauptsächlich für klebrige Materialien verwendet
Weitere Ausführungen mit Rührflügeln oder unterbrochenen Wendeln sind verfügbar, wenn eine Materialmischung erforderlich ist.
In Anwendungen mit hohen Hygieneanforderungen muss die Welle massiv (nicht hohl) ausgeführt sein, und die Wendel muss vollständig verschweißt und poliert sein. Dies verhindert, dass sich Material in unzugänglichen Bereichen ansammelt und später gute Chargen verunreinigt.
Welle und Motor müssen präzise fluchtend ausgerichtet sein, damit der Motor die Schnecke antreiben und aus dem Stillstand oder unter Überlast starten kann – Bedingungen, die das höchste Drehmoment erfordern. Umgekehrt muss die Welle so ausgelegt sein, dass sie diesem Drehmoment standhält und nicht bricht.
Bei Dosieranwendungen muss die Schnecke mit einem Frequenzumrichter-Motor ausgestattet sein, um Grob- und Fein- geschwindigkeiten zu ermöglichen (siehe Dosier -Seite). Schneckenförderer werden häufig in automatische "Gewichts- zuwachs"- oder "Gewichtsverlust"-Systeme integriert. Im Gewichtsverlust-Modus kann der Schneckenförderer entweder volumetrisch oder automatisch gravimetrisch betrieben werden.
Schneckenförderer sind zwar in der Regel zuverlässige Maschinen, jedoch können bestimmte Probleme Korrekturen erfordern:
Tabelle 2: Häufige Probleme bei Schneckenförderern
| Problem | Ursache und Maßnahme |
|---|---|
| Metall-Metall-Kontakt | Lagerschaden – Lager austauschen Falsches Spiel zwischen Wendel und Gehäuse – Konstruktion überprüfen oder Wendel austauschen Fremdkörper in der Schnecke – Fremdkörperprävention vor dem Schneckenförderer überprüfen |
| Lagerschaden | Pulver ist in das Lager eingedrungen – Dichtung und Spülung des Lagers prüfen |
| Leistung unter den Auslegungswerten | Wendel falsch herum montiert Schlechte Produktzufuhr zur Schnecke – Brückenbildung oder Rattenlöcher im Trichter prüfen |
| Schneckenförderer blockiert | Prüfen, ob das Auslassventil geöffnet ist Steigung der Schnecke prüfen – das Pulver darf nicht verdichtet werden |
| Ungenauigkeiten bei der Dosierung | Schnecke zu groß – Schneckengröße prüfen oder Wendelprofil am Schneckenende anpassen |